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"Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte."
Martin Niemöller

In Karlsruhe begann die gezielte Verfolgung der Regimegegner gleich mit der Machtübernahme 1933. Bereits in den Jahren zuvor gab es zwar ständig Auseinandersetzungen mit politisch anders Denkenden, insbesondere den Kommunisten und Sozialdemokraten durch SA-Gruppen, aber es blieb bei einzelnen, teils auch gewalttätigen Aktionen. Ab der Machtübernahme 1933 wurden systematisch die politischen Gegner entmachtet, erst die Parteien SPD und KPD, dann auch die bürgerlichen Parteien. Die Gewerkschaften wurden aufgelöst und die meisten Gewerkschafter gingen in die NSBO – Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation.

Auch der Medienbereich wurde schnellstens auf Kurs der Nationalsozialisten gebracht, kritische Journalisten wurden verfolgt, ebenso wie Kulturschaffende, die sich nicht der nationalsozialistischen Kultur verpflichteten.

Die Uneinigkeit der Nazigegner und die Unterschätzung dieser Bewegung machten es den Nazis relativ einfach ihre Gegner auszuschalten.

Das Blockwartsystem sorgte schnell dafür, dass unliebsame Bürger und Bürgerinnen den Behörden gemeldet wurden und sogleich mit Repressalien belegt wurden. Dies schüchterte viele Menschen ein und man zog sich ins „Private“ zurück, war man nicht sowieso Befürworter des neuen Systems.

Viele Deutsche profitierten z. B. auch von der Verfolgung der Juden, indem sie deren Wohnungen, meist mitsamt dem Möbel zugesprochen bekamen. Günstig konnten sie das von Juden zwangsweise zum Verkauf gebrachte Eigentum erwerben, da diese, meist ohne Einkommen, ihre Wertsachen billig verkaufen mussten. Durch die Zwangsenteignungen profitierten viele deutsche Firmen.

Verfolgt wurden alle Menschen, die nicht in das Bild des „wertvollen Lebens“ der Nazi-Ideologie passten, also Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, nichtarische Ausländer, dann auch Homosexuelle und Menschen mit körperlichen und geistigen Gebrechen.

Anfangs noch relativ verschont, wurden später auch Kirchenvertreter verfolgt, die sich kritisch zum System äußerten.

Wir haben auf diesen Seiten einige Beispiele dokumentiert, die allerdings nur ein Ausschnitt sein können. So müssten z. B. auch die Themen Verfolgung von Homosexuellen und das Thema der Euthanasie noch näher erforscht werden, wobei es hier auch bisher wenige Unterlagen gibt.

 

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