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STATION - „Volkshaus“, Schützenstraße 14

In einem Haus an dieser Stelle waren der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, sämtliche Arbeitergewerkschaften und die Volksfürsorge mit ihren Büros und Versammlungsräumen untergebracht.

 
Schützenstraße 14 heute

Am 2. Mai 1933 besetzte die SA das Gewerkschaftshaus im Sturm. In der Folgezeit wurden alle Angestellten während der Arbeitszeit von einem SA-Mann überwacht. Die Geschäftsführer wurden der Reihe nach verhaftet und entlassen.

Als erste entließ man aber die jüngste Angestellte Hanne Landgraf am 18. Juli 1933. Hanne Landgraf (spätere Abgeordnete der Karlsruher SPD) hatte hier, nachdem sie einige Zeit arbeitslos war, am 1. August 1931 eine Anstellung bei der Eisenbahnergewerkschaft, der ihr Vater angehörte, gefunden.

Nachdem die Nationalsozialisten das Haus besetzt und im Laufe der Zeit alle Posten mit eigenen Leuten besetzt hatten, wurde das „Volkshaus“ zu einer Niederlassung der Nationalsozialistischen Betriebsorganisation (NSBO).

Insbesondere die KPD-Kader, aber auch SPD-Mitglieder und freie Gewerkschafter bildeten rasch antifaschistische Untergrundzellen, die teils bis zum Zusammenbruch der Regimes existierten, aber ohne nennenswerten politischen Einfluss blieben.

Gretl Vogt, geb. 1912:

„In jener Zeit waren alle Veranstaltungen, auch die der Naturfreunde in der Schützenstraße im Volkshaus. Nebenan, im ‚Felshof’, war die SA gewesen. Und vom Fenster des Volkshauses konnte man rüberschauen in den Hof vom ‚Felshof’, was dort drüben los war. Da gab es manche Schlägerei und manches Hin und Her.“ (1)

 

(1) Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) (Hg.): Erlebte Geschichte. Frauen berichten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Karlsruhe 1983, S. 100.

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