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STATION - Synagoge in der Karl-Friedrich-Straße 14-18

Zur Pogromnacht im November 1938 befand sich hier die Synagoge der orthodoxen jüdischen Gemeinde mit Gemeindehaus und Bad.

 
Die Synagoge in der Karl-Friedrich-Straße

Nachdem sich 1868 eine große Mehrheit der jüdischen Gemeinde für den reformierten Gottesdienst entschieden hatte, trat eine Gruppe von 25 Gemeindemitgliedern um den Kaufmann Baruch Wormser aus der Gemeinde und sogar aus der Landessynagoge aus. Diese sogenannte „orthodoxe Gemeinde“ baute ihre eigene Synagoge; sie wurde 1881 bezogen.

Vor allem im Inneren bestand sie großenteils aus Holz. Das hatte zur Folge, dass sie durch die Brandstiftung während der „Reichskristallnacht“ völlig niederbrannte. Nach Aussage eines ehemaligen Feuerwehrmannes war eine große Menge Benzin in den Holzbau geschüttet worden. (1) Nur wenige Kultgegenstände konnten, wenn auch beschädigt, geborgen werden. Die Ruine musste von der jüdischen Gemeinde auf eigene Kosten abgebrochen werden.

 
Karl-Friedrich-Straße heute

Das Grundstück wurde anschließend von der angrenzenden Druckerei Braun zur Betriebserweiterung erworben. Gemeindehaus und Bad, beide unzerstört, konnten zunächst weiterhin benutzt werden.

Eine unscheinbare Gedenktafel erinnert an die Geschehnisse. Heute befindet sich an dieser Stelle das Medienzentrum G. Braun.

 

(1) Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) (Hg.): Sie hatten noch die Frechheit zu weinen. Materialien zum Thema Judenverfolgung im Dritten Reich. Ludwigsburg 1979, S. 72 ff.

Bildnachweis: Stadtarchiv Karlsruhe

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