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STATION - Staatliche Kunsthalle, Hans-Thoma-Straße

Auch in der ehemaligen Badischen Kunsthalle machte sich der Machtwechsel 1933 bemerkbar. Mit dem Amtsantritt des Gauleiters Robert Wagner im März 1933 begann die Jagd auf die sogenannte „Entartete Kunst“.

 
Werbung an der Hauptpost für eine Veranstaltung in der Kunsthalle

Am 11. März 1933 wurde Lilli Fischel, seit 1927 amtierende Leiterin der Kunsthalle, wegen ihrer jüdischen Abstammung zunächst beurlaubt und dann entlassen. Wagner veranlasste ihre Ablösung durch Hans Adolf Bühler, einen Schüler von Hans Thoma. Bühler bekleidete gleichzeitig das Amt des Akademiedirektors. Er war ein Mitglied des „Kampfbundes für die Deutsche Kultur“, einer Vereinigung, die schon in den 20er Jahren im Reich aktiv gewesen war und 1930 in Karlsruhe durch die Anhänger Hans Thomas Fuß gefasst hatte.

Auf Bühlers Initiative ging die Ausstellung „Regierungskunst 1918-1933“ im Jahr 1933 zurück. Sie hatte zum Ziel, den angeblichen Missbrauch von Steuergeldern aufzudecken und war eine der ersten ihrer Art in Deutschland.

 
Kunsthalle heute

Dahinter steckte der Gedanke, dass Künstler, die nicht im Sinne der Nationalsozialisten arbeiteten, zuerst unmöglich gemacht und dann verboten werden sollten, weil die konservativen Maler ihre Existenz durch die Konkurrenz der jungen und fortschrittlichen Kräfte bedroht sahen. Der Säuberungskampagne fielen Werke folgender Künstler zum Opfer: Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Edvard Munch, Carl Hofer, um nur einige zu nennen.

Bühler selbst wurde nach einem Jahr abgelöst, da er u.a. auch den Künstler Alexander Kanoldt in seine Ausstellung „Schreckenskammer der Kunst“ aufgenommen hatte. Dieser war aber NSDAP-Mitglied und wurde kurze Zeit später Direktor der Berliner Hochschule der bildenden Künste.

In einer zweiten Säuberungswelle wurden Werke erfasst, die 1937 in der großen Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt und dann beschlagnahmt wurden.

 

Bild oben rechts:

Werbebanner an der Hauptpost für eine Ausstellung in der Kunsthalle/Orangerie

Bildnachweis: Stadtarchiv Karlsruhe

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