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STATION - Kaufhaus Hertie, Kaiserstraße 92

Das Kaufhaus Hertie war ein bedeutendes Warenhaus, als es 1933 durch die Nazis „arisiert“ wurde.

 
Das Kaufhaus Tietz im Jahr 1935

Am 1.März 1882 eröffnete Oscar Tietz sein erstes Warenhaus in Gera. Im Laufe der folgenden Jahre entstand daraus die Warenhauskette „Hermann Tietz“ – benannt nach Oskar Tietz´ Onkel, der das notwendige Kapital zur Verfügung gestellt hatte.

Der Firmenname „Hertie“ entstand erst während der Zeit des Nationalsozialismus, als der jüdische Name Tietz nicht mehr geführt werden konnte. Er setzt sich aus den jeweils ersten drei Buchstaben des Vor- und Nachnamens von Hermann Tietz zusammen.

1933 setzte die Dresdner Bank, die die „Arisierung“ durchführte, Georg Karg als Geschäftsführer ein. Durch den Ankauf der Warenhauskette wurde er 1939/40 zum Alleininhaber. Neben Josef Neckermann war er ab Ende 1941 gleichberechtigter Gesellschafter der Zentrallagergemeinschaft für Bekleidung, die Textilien und Kleidung unter anderem für die Wehrmacht und für Zwangsarbeiter lieferte. (1)

1937 wurde Hertie in Union Vereinigte Kaufstätten umbenannt.

In seiner heutigen Form wurde das Gebäude in Karlsruhe erst nach dem Krieg erbaut. Es befinden sich darin Karstadt Sport und Breuninger.

 

(1) Neckermann war als Referent der Reichsstelle Kleidung in der NS-Regierung gleichzeitig Auftraggeber für sich selbst und seine Konkurrenz. Als Textilhersteller hat Neckermann Zwangsarbeiter, sogenannte „Fremdarbeiter“ und Kriegsgefangene beschäftigt sowie Kleidung inhaftierter und ermordeter Juden verwerten lassen. In seiner Funktion bei der Reichsstelle Kleidung war er selbst für Zuteilungen an die Zwangsarbeiter zuständig.

Bildnachweis: Stadt AK 8 PBS oXIIIb 911, Stadt AK PBS oXIIIb 420

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