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STATION - Jüdischer Friedhof (beim Hauptfriedhof)

Der jüdische Friedhof ist ein Teilbereich des Karlsruher Hauptfriedhofs. Er ist durch eine Mauer vom christlichen Friedhof abgetrennt und besitzt einen eigenen Eingang. Im Gegensatz zum Friedhof der orthodoxen jüdischen Gemeinde, der sich unmittelbar daneben befindet, und dem jüdischen Friedhof in der Kriegsstraße ist er der Öffentlichkeit frei zugänglich.

 
Jüdischer Friedhof, Mahnmal für die Zwangsarbeitenden

Auf einigen Gräbern im rechten Bereich des Friedhofes befinden sich Grabsteine mit der Aufschrift „In Auschwitz umgebracht“ oder „Umgekommen am ... in Gurs“. Sie erinnern an die grausamen Verbrechen, die während des Dritten Reiches auch an Karlsruher Juden verübt wurden.

Auf vielen Grabsteinen oder Gräbern sind kleine Steine zu finden. Diese werden von Besuchern statt Blumen dorthin gelegt. Einige Grabsteine sind hebräisch beschriftet. Vergleicht man jüdische Friedhöfe mit christlichen, so machen sie einen naturbelassenen Eindruck. Die wenigsten Gräber sind mit Blumen geschmückt. Das hängt mit der jüdischen Lehre zusammen, die besagt, dass die Ruhe der Toten nicht gestört werden soll. Die Gräber wurden ursprünglich nach Errichtung der Grabsteine nicht mehr verändert. Mit der Zeit versanken die Grabsteine in der Erde oder sie stürzten um.

Innerhalb des jüdischen Friedhofgeländes befindet sich ein Mahnmal für die sowjetischen Zwangsarbeitenden, die nach Karlsruhe verschleppt worden waren. Zahlreiche Steinkreuze mit ihren Namen erinnern an sie. In der erniedrigenden Behandlung dieser Zwangsarbeitenden wurde auch in Karlsruhe die Menschenverachtung deutlich, mit der die Nazis den Menschen aus Osteuropa, insbesondere aus der Sowjetunion, begegneten. (1)

Die Aufschrift des Gedenksteins lautet: „Ewiges Gedenken den sowjetischen Bürgern, den Opfern des deutschen Faschismus. Die Faschisten mögen wissen, dass nicht ein einziger Akt ihrer Greueltaten unbestraft bleiben wird. 1941 – 1945.“

 

(1) Vgl. Schuhladen-Krämer, Jürgen:
Zwangsarbeit in Karlsruhe: 1939 – 1945. Ein unbekanntes Kapitel Stadtgeschichte. Karlsruhe 1997

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