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STATION - HJ und BDM, Rüppurrer Straße

In einem Gebäude, das an der Stelle des früheren Arbeitsamtes und jetzigen Seniorenwohnheimes Rüppurrer Straße 29 stand, waren die NS-Organisationen Hitlerjugend (HJ) und der Bund Deutscher Mädel (BDM) untergebracht. Jugendführer war Friedhelm Kemper, der damals in Rüppurr wohnte. Laut Auskunft eines ehemaligen Nachbarn wurde Kemper im Zuge der Entnazifizierung zu drei Jahren Haft verurteilt.

 
Jetziges Seniorenwohnheim, Rüppurrer Strasse

Die HJ wurde in Karlsruhe 1929 und der BDM 1930 gegründet.

Die Zeitzeugin M. Schulze erinnert sich:
„Als dann die Hitlerjugend und der BDM kamen und mein Bruder davon hörte, sagte er: 'Das ist eine große Sache!' Mein Bruder – Jahrgang 1908 – war sehr aktiv mit seinen gleichaltrigen Freunden im evangelischen Eichenkreuz. Sie haben Lieder zur Laute gesungen, Wanderungen gemacht, auch regelmäßig Abende unter Gottes Wort mit der Bibel gehabt. So war er der Meinung, dass durch die Hitlerjugend alle Jugendlichen von der Straße wegkämen. Er brachte eben seine Erinnerungen und Erfahrungen vom Eichenkreuz in diese Überlegungen mit hinein. Ich wollte sehr gern beim BDM mitmachen, aber meine Mutter war dagegen, allein aus finanziellen Gründen. Wer zum BDM gehörte, musste die vorgeschriebene Uniform tragen. Diese Uniform war nicht billig. Ich bekam aber dann doch eine, doch nur eine ganz billige. Das machte sich bei Regen bemerkbar, weil die Uniform sich verfärbte.“ (1)

 

(1) Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) (Hg.): Erlebte Geschichte. Frauen berichten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Karlsruhe 1983, S. 122 f.

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