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STATION - Führer-Verlag, Kaiserstraße 133

Der nationalsozialistische Führer-Verlag gab das badische Partei-Organ ‚Der Führer’ heraus, das seit 1. November 1927 in Karlsruhe veröffentlicht wurde.

 
Der nationalsozialistische Führer-Verlag gab das badische Partei-Organ 'Der Führer' heraus

Zunächst wöchentlich herausgegeben, wurde es ab dem 1. August 1930 zur Tageszeitung.

Nach der Machtübernahme wurden in Baden bereits bis Ende Februar 1933 16mal gegnerische Zeitungen durch Innenminister Frick verboten, darunter der ‚Badische Beobachter’ und der ‚Volksfreund’. (1)

Ein kleines Beispiel für die tägliche Berichterstattung des ‚Führers’:
Im Jahr 1935 gehörte die Diskriminierung der Jüdinnen und Juden zum Alltagsleben der Stadt. Oberbürgermeister Jäger reagierte auf angeblich spontane Unmutsäußerungen des „deutschstämmigen Publikums“, das am Eingang des Rheinstrandbades Rappenwört Schilder mit der Aufschrift „Juden unerwünscht“ aufgestellt hatte: Er verhängte in allen Bädern ein Badeverbot für Juden.

 
Der nationalsozialistische Führer-Verlag gab das badische Partei-Organ 'Der Führer' heraus

Der Führer berichtete am 24. Juli 1935 darüber als „eine erfreuliche Maßnahme der Stadtverwaltung.“ (2)

Frau R., die als Kind gegenüber im Haus Kreuzstr. 6-8 gewohnt hatte, berichtet über Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und ihren Gegnern vor dem Sitz des Führer-Verlags: „[...] der Zeitungs-Führer-Verlag, neben dem Schöpf. Da war halt immer was los. Da war halt nächtelang was los. Diese SA gegen diese - ‚Nazi verrecke’ hat’s dann geheißen - gegen diese Widerstand-Aufmärsche.“

 

(1) Bräunche, Ernst Otto; Asche, Susanne: Karlsruhe - die Stadtgeschichte. Karlsruhe 1998, S. 456.
(2) Ebd. S.483.

Bildnachweis: 8 Alben5 s141, 8 Alben5 s142b

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