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STATION - August-Dosenbach-Straße

Nach dem Reichstagsbrand 1933 wurden die Mitglieder der KPD sowie alle antifaschistischen Kräfte massiv verfolgt. (1)

Artur Wiesemann, der 1923 in die KPD eingetreten war und der Stadtteilgruppe Knielingen angehörte, berichtete Ende der siebziger Jahre in einem Tonbandinterview (2) über das KPD-Verbot und die Ermordung August Dosenbachs:

 
August-Dosenbach-Straße

„In Karlsruhe hatte die KPD nach ihrem Verbot sofort zehn illegale Gruppen gebildet. Wir stellten illegale Flugblätter her, die die Bevölkerung über die Naziherrschaft aufklärten.“ Auch Hilfe für Inhaftierte wurde organisiert.

Wiesemann weiter: „Es wurden auch illegale Druckschriften aus dem Elsass über den Rhein geschmuggelt, zum Beispiel das sogenannte ‚Braunbuch’, in dem eine internationale Juristenkommission bewies, dass die Nazis selbst den Reichstag angezündet hatten. Einer von denen, die bei der illegalen Arbeit der KPD in Karlsruhe tätig waren, war der junge Arbeiter August Dosenbach aus Grünwinkel, daher kannte ich August Dosenbach. Ich erinnere mich noch gut an den 21. Oktober '33. Ich wusste, dass August Dosenbach in Frankreich war, um Material für die illegale antifaschistische Arbeit zu holen. Über einen Verbindungsmann in Frankreich konnte August Dosenbach gewarnt werden, dass er diesmal kein Material mitnimmt, da die Gestapo in Karlsruhe ihn suchte.“

August Dosenbach wurde in der Nacht vom 20. auf den 21. Oktober 1933 in der Nähe von Knielingen von der Gestapo erschossen.

Im Rahmen des Projektes 'Stolpersteine' wurde am 9. November 2006 ein Gedenkstein für August Dosenbach vor dem Haus Durmersheimer Straße 19 in Grünwinkel gesetzt.

 

(1) Weitere Informationen über den kommunistischen Widerstand in Karlsruhe in: Glaeser, Wolfgang: Unser die Zukunft. Dokumente zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Karlsruhe 1845 - 1952. Heilbronn 1991, S. 185 f.

(2) Dokument im Original bei Günter Wimmer, Karlsruhe

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