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Routenvorschlag: Durch die östliche Innenstadt

Marktplatz

Beginn des Rundgangs ist der Marktplatz. Ihm hatten die Nationalsozialisten den Namen ‚Adolf-Hitler-Platz’ gegeben. Als zentraler städtischer Ort war er Schauplatz von zahlreichen NS-Aufmärschen und Fackelzügen, ebenso wie öffentlicher Ort der Verfolgung und Demütigung jüdischer Karlsruher Bürgerinnen und Bürger. Die erste Station, die von hier aus angesteuert wird, ist das Bezirksamt der Polizei, in dem während der Zeit des Nationalsozialismus viele Menschen festgehalten und gequält worden waren. Am 16. Mai 1940 wurden hier die Karlsruher Sinti und Roma gesammelt, bevor sie auf Lastwagen zum Sammellager Hohenasperg abtransportiert wurden.

 
Technische Hochschule

Der Weg führt weiter zur ehemaligen Synagoge in der Karl-Friedrich-Straße. Sie bestand vor allem im Inneren großenteils aus Holz. Das hatte zur Folge, dass sie durch die Brandstiftung im November 1938 völlig niederbrannte. Die nächste Station, das ehemalige Hotel ‚Nassauer Hof’ in der Kriegsstraße, wurde auch in der Pogromnacht 1938 von den Nazis verwüstet. In der Stationenbeschreibung findet sich der Bericht eines Mannes, der in dieser Nacht Hotelgast im Nassauer Hof gewesen war.

Von hier aus geht es weiter zur Technischen Hochschule. Hier wurden viele Studierende und Mitarbeiter entlassen, weil sie aus jüdischen Familien stammten.

Die nächste Station ist die Synagoge in der Kronenstraße. Auch hier wurden im November 1938 Brandherde gelegt, doch weil in einem angrenzenden Gebäude ein Benzinlager untergebracht war, wurde ein Großbrand verhindert. Eine Explosion hätte verheerende Folgen für die Umgebung gehabt. Die Synagoge hätte nach der Pogromnacht trotz kleinerer Schäden weiterhin genutzt werden können, stattdessen musste sie von der jüdischen Gemeinde abgerissen werden. Die Steine wurden zum Straßenbau verwendet.

Über die Kaiserstraße geht es zurück in Richtung Stadtmitte. Vorbei am Wohn- und Geschäftshaus Kreuzstraße 6-8 rechter Hand an der Ecke Kaiserstraße, in dem zu Beginn der 1930er Jahre mehrere jüdische Familien gewohnt hatten, und vorbei am ersten Sitz des Führer-Verlages in der Kaiserstr. 133, der das nationalsozialistische Parteiorgan für Baden, „Der Führer“, herausgegeben hatte, zum Marktplatz, dem Ausgangspunkt des Rundgangs.

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