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CHRONIK - Allgemein

Chronologie der Ereignisse während der NS-Zeit

Sie können auf die nachfolgenden Jahreszahlen klicken, um direkt in ein bestimmtes Jahr zu gelangen:

1920

 

24. Februar

Das Parteiprogramm der NSDAP wird am 24. Februar 1920 von Adolf Hitler auf der ersten großen Parteiversammlung in München verkündet. Die Partei war am 5.1.1919 von Anton Drexler und Karl Harrer in München als Deutsche Arbeiterpartei (DAP) gegründet worden. Am 24.2.1920 wird sie in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umgetauft. Adolf Hitler war der Partei im September 1919 beigetreten und bald ihr Propagandachef geworden. Schon zwei Jahre später hatte man ihn zum Parteivorsitzenden mit umfangreichen Vollmachten gewählt. Seitdem galt in der Partei das Führerprinzip und Mehrheitsbeschlüsse wurden abgeschafft. Bereits das Parteiprogramm vom 24.2.1920 zeigt stark antiliberale, antikapitalistische, imperialistische und antisemitische Züge. Maßgebend für Ideologie und Politik der NSDAP sind besonders die ersten vier Punkte des Parteiprogramms:

  1. Die Schaffung eines Großdeutschlands, in dem alle Deutschen zusammengefasst sein sollen
  2. Die Revision des Versailler Vertrags
  3. Die Forderung nach Kolonien für Deutschland
  4. Die Entfernung aller Juden aus Deutschland

Das Hakenkreuz ist ab 1920 das Symbol der Partei und der „Völkische Beobachter“ das zentrale Parteiorgan.

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1921

 

Die Sturmabteilung (SA) wird zunächst als Saalschutzgruppe gegründet, bald jedoch unter der Leitung von Ernst Röhm in eine paramilitärische Kampfgruppe umgewandelt.

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1922

 

In Preußen sowie in einigen anderen Länder wird die NSDAP aufgrund ihrer Radikalität und des SA-Terrors verboten.

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1923

 

9. November

„Hitler-Putsch“ in München. Regierungstruppen schlagen ihn mit Waffengewalt nieder. Die NSDAP wird am folgenden Tag verboten. Hitler flieht und wird zwei Tage später im bayrischen Uffing verhaftet.

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1924

 

26. Februar

Hitler wird zusammen mit Ernst Röhm, General Erich Ludendorff u.a. vor dem Münchener Volksgericht des Hochverrats angeklagt. Die Prozessverhandlungen benutzt Hitler als Forum für antirepublikanische Agitation. Er wird zu fünfjähriger Festungshaft verurteilt.

20. Dezember

Hitler wird vorzeitig aus der Festung Landsberg entlassen, in der der erste Band seiner Schrift „Mein Kampf“ entstanden war.

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1925

 

Band 1 von Hitlers „Mein Kampf“ wird veröffentlicht.

27. Februar

Das Verbot der NSDAP wird aufgehoben. Neugründung der Partei und Wiederaufbau der SA. Die Schutzstaffel (SS) entsteht zunächst zum persönlichen Schutz Hitlers als Unterorganisation der SA.

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1926

 

Gründung der Hitlerjugend (HJ) als Jugendorganisation der NSDAP. Die Geschichte der HJ hatte bereits 1922 mit der Gründung des Jugendbundes der NSDAP in München begonnen.

Mai

Gründung des Nationalsozialistischen Deutschen Arbeitervereins (Hitlerbewegung) in Wien.

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1928

 

Weltwirtschaftskrise, 1,9 Millionen Arbeitslose.

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1929

 

24./25. Oktober

„Schwarzer Freitag“ an der Wall Street, Zusammenbruch der New Yorker Börse.

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1930

 

Januar

Über 3 Millionen Arbeitslose, über 1 Million Kurzarbeiter.

14. September

Die NSDAP erreicht bei den Reichstagswahlen in Deutschland mehr als 18 Prozent der Stimmen. Gründung des BDM, des „Bundes Deutscher Mädel“. An seiner Spitze steht die „Reichsreferentin“, die der Reichsjugendführung unterstellt ist.

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1931

 

Oktober

Gründung der NS-Frauenschaft (NSF), der Frauenorganisation der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Sie war als Zusammenschluss mehrerer nationaler und nationalsozialistischer Frauenverbände entstanden.

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1932

 

31. Juli

Bei den Reichstagswahlen gewinnt die NSDAP mehr als 37 Prozent der Stimmen. Über 6 Millionen Arbeitslose (Arbeitslosenquote ca. 30 Prozent).

6. November

Bei den Reichstagswahlen erreicht die NSDAP knapp 33,1 Prozent. Trotz leichter Verluste bleibt die NSDAP stärkste Partei. Da alle Parteien im Reichstag – mit Ausnahme der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) – der im Juni eingesetzten Regierung unter Franz von Papen weiterhin die Unterstützung verweigern, reicht der Kanzler bei Reichspräsident Paul von Hindenburg schließlich seinen Rücktritt ein.

3. Dezember

An die Stelle Franz von Papens setzt Reichspräsident Paul von Hindenburg den bisherigen Reichswehrminister Kurt von Schleicher in das Amt des Regierungschefs ein. Daraufhin folgt ein weiteres Gespräch zwischen dem Reichspräsidenten und Adolf Hitler (NSDAP) über eine Regierungsbildung unter Beteiligung der Nationalsozialisten. Hitler fordert im Fall seiner Berufung zum Reichskanzler weitreichende Vollmachten (Ermächtigungsgesetz). Dazu ist Hindenburg nach wie vor nicht bereit.

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1933

 

30. Januar

Nationalsozialistische Machtergreifung in Deutschland. Hitler wird zum deutschen Reichskanzler ernannt. Neben Hitler werden zwei weitere Nationalsozialisten in die Regierung berufen: Wilhelm Frick als Innenminister und Hermann Göring als Minister ohne besonderen Geschäftsbereich. Die neue Regierung setzt vorerst die Praxis eines ohne jegliche parlamentarische Kontrolle amtierenden Präsidialkabinetts fort.

1. Februar

Notverordnung zur Auflösung des Parlaments und Abhaltung von Neuwahlen.

4. Februar 

Hindenburg erlässt die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz des deutschen Volkes“, die die Grundlage zu weitreichenden Eingriffen in die Versammlungs- und Pressefreiheit liefert.

17. Februar

Die bestehenden Anordnungen an die Polizei, von der Ausweisung von schon lange in Deutschland lebenden, ausländischen oder staatenlosen „Ostjuden" abzusehen, werden aufgehoben.

21. Februar

Zahlreiche – zunächst befristete – Zeitungsverbote gegen kommunistische und sozialdemokratische Blätter.

27. Februar

Reichstagsbrand. Noch in der Nacht beginnen Massenverhaftungen, in erster Linie von Politikern und Mitgliedern der KPD.

28. Februar

Ausrufung des Ausnahmezustandes. Reichspräsident Paul von Hindenburg unterzeichnet eine „Notverordnung zum Schutz von Volk und Staat“. Durch diese Notverordnung werden zahlreiche Verfassungsartikel außer Kraft gesetzt, die grundlegende persönliche und politische Rechte garantiert hatten. Sie gibt den Nationalsozialisten weitreichende Mittel zur Verfolgung ihrer politischen Gegner an die Hand. Eine vornehmlich gegen Kommunisten und Juden gerichtete Verhaftungswelle setzt ein. Einer der Verhafteten ist Carl von Ossietzky, einer der bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Er wird von der Gestapo festgenommen und gefoltert.

5. März

Reichstagswahl unter den Bedingungen weitgehender Entrechtung und Ausschaltung der Arbeiterparteien sowie eines Propagandamonopols der extremen Rechten. Die NSDAP verfehlt mit 288 von 647 Mandaten (44,1%) die absolute Mehrheit; zusammen mit ihren rechtskonservativen und nationalistischen Koalitionspartnern verfügt sie über 341 Mandate. Der Stimmenzuwachs der NSDAP beträgt 5,5 Mio.

13. März

Einrichtung eines „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“. Zuständiger Minister wird Joseph Goebbels.

15. März

Das Reichsinnenministerium weist die Länderregierungen an:

  • Die Zuwanderung sogenannter „Ostjuden“ abzuwehren
  • „Ostjuden“, die sich ohne Aufenthaltserlaubnis in Deutschland befinden, zu entfernen
  • „Ostjuden“ nicht mehr einzubürgern

20. März

Himmler ordnet als kommissarischer Polizeipräsident von München die Errichtung des KZ Dachau an, in dem 5.000 Gefangene untergebracht werden sollen. Zunächst werden dort in erster Linie Mitglieder und Funktionäre der Arbeiterparteien eingesperrt und schwer misshandelt.

21. März

Bildung von Sondergerichten.

24. März

Verabschiedung des „Ermächtigungsgesetzes“ durch den Reichstag, mit einer erdrückenden Mehrheit von 441 Ja- gegen 94 Nein-Stimmen angenommen. Hitler nutzt es zur pseudolegalen Errichtung der Diktatur. Das „Ermächtigungsgesetz“ macht den Reichstag überflüssig und legt sowohl Legislative als auch Exekutive in die Hand der Regierung. Die Gewaltenteilung der Weimarer Verfassung ist damit aufgehoben.

29. März

Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todesstrafe.

31. März

Erlass des vorläufigen Gesetzes zur „Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“. Die Länderparlamente werden gezwungen, sich selbst aufzulösen und nach den Ergebnissen der letzten Reichstagswahlen neu zu konstituieren. Sie werden „gleichgeschaltet“.

1. April

Eintägiger Boykott jüdischer Geschäfte in ganz Deutschland. Diese Aktion richtet sich auch gegen jüdische Ärzte und Rechtsanwälte sowie gegen den Besuch von Schulen und Universitäten durch Jüdinnen und Juden.

7. April

„Reichsgesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“. Viele jüdische Beamte werden aus dem Staatsdienst entfernt, geschont werden zunächst noch diejenigen, die im ersten Weltkrieg als Frontkämpfer für Deutschland gekämpft hatten.

Erlass des „Zweiten Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“, des sogenannten „Reichsstatthaltergesetzes“. An die Stelle der parlamentarischen Ministerpräsidenten treten „Reichsstatthalter“, die für die Durchführung der „vom Reichskanzler aufgestellten Richtlinien der Politik“ sorgen sollen.

10. April

Erklärung des 1. Mai zum „Feiertag der Nationalen Arbeit“.

2. Mai

Zerschlagung der freien Gewerkschaften. Gewerkschaftshäuser werden von SA und NSBO (Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation) besetzt. Das Vermögen der Gewerkschaften wird beschlagnahmt, führende Funktionäre werden in „Schutzhaft“ genommen.

10. Mai

Öffentliche Bücherverbrennungen in ganz Deutschland. Dies betrifft bspw. Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Anna Seghers, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Erich Kästner, Heinrich Mann, Karl Marx, Carl von Ossietzky, Erich Maria Remarque, Kurt Tucholsky, Franz Werfel, Arnold und Stefan Zweig.Gründung der Deutschen Arbeitsfront.

22. Juni

Verbot der SPD. Die bürgerlichen Parteien lösen sich im Lauf der folgenden Wochen selbst auf.

14. Juli

Mit dem „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“ wird die Monopolstellung der NSDAP zementiert. Gesetz zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses.“

20. Juli

Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Vatikan, das sogenannte Reichskonkordat.

21. September 1933

Gründung des Pfarrernotbundes, aus dem später die bekennende Kirche hervorging.

22. September 1933

Reichskulturkammer-Gesetz: Ausschaltung der jüdischen Schriftsteller und Künstler.

4. Oktober

Schriftleiter-Gesetz: Ausschaltung der jüdischen Redakteure.

14. Oktober

Hitler gibt bekannt, dass Deutschland die Genfer Abrüstungskonferenz verlässt und aus dem Völkerbund austritt. Er kündigt die Auflösung des Reichstages und Neuwahlen für den 12. November 1933 an. Auf den Wahlzetteln wird nur die NSDAP stehen. Zugleich werden alle Landtage aufgelöst, ohne dass Neuwahlen stattfinden sollen.

November

Gründung der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“.

1. Dezember

Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat.

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1934

 

30. Januar

Das „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches“ beseitigt endgültig die Länderparlamente.

24. April

Errichtung des Volksgerichtshofes.

1. Mai

Ab 1934 „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes". Mit der Umbenennung berufen sich die Nationalsozialisten auf vorgeblich germanisches Brauchtum. Der 1. Mai galt ihnen als „den ewigen Lebenskreislauf bejahender" Festtag zum Frühlingsbeginn.

30. Juni

Röhm und weitere Mitglieder der SA werden in Bad Wiessee verhaftet („Röhmputsch“). Ernst Röhm wird am 1. Juli 1934 erschossen.

25. Juli

Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß (Christlich-Soziale Partei) durch Nationalsozialisten, die sich als Soldaten und Polizisten verkleidet Zugang zum Gebäude verschafft haben. Der versuchte Putsch der österreichischen Nationalsozialisten kann jedoch niedergeschlagen werden. Neuer Bundeskanzler wird der bisherige Unterrichtsminister Kurt Schuschnigg (Christlich-Soziale Partei).

August

Tod des deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. Hitler nutzt Hindenburgs Tod, um das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers zu vereinen. Er lehnt jedoch die auf demokratische Verhältnisse verweisende Bezeichnung „Reichspräsident“ ab und nennt sich „Führer und Reichskanzler“.

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1935

 

Schilder mit Aufschriften „Juden unerwünscht“ werden vermehrt angebracht, zum Beispiel an Geschäften und Restaurants.

26. Februar

Gesetz über die Einführung eines Arbeitsbuches.

16. März

Deutschland hebt die Rüstungsbeschränkungen des Versailler Vertrages auf. Einführung der allgemeinen Wehrpflicht.

28. März

Premiere des Films „Triumph des Willens“ von Leni Riefenstahl über den Reichsparteitag von 1934 in Nürnberg.

26. Juni

Einführung der Pflicht zum Reichsarbeitsdienst (RAD).

10. September

Erlass des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung. Angeordnet werden Erhebungen über die sogenannte „Rassezugehörigkeit“ an allen Schulen, mit dem Ziel, an Ostern 1936 an allen Orten mit mindestens 20 jüdischen Volksschülern sogenannte „Judenschulen“ einzurichten.

15. September

Reichsparteitag der NSDAP. Auf einer Sondersitzung beschließt der Reichstag die „Nürnberger Gesetze“: Juden wird die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen, Eheschließung und außerehelicher Verkehr mit Deutschen wird verboten.

Diese Gesetze gelten auch für Sinti und Roma. Die Nürnberger Gesetze umfassen das „Reichsbürgergesetz“ und das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ sowie das „Reichsflaggengesetz“.

14. November

1. Verordnung zum Reichsbürgergesetz: Aberkennung des Wahlrechts und der öffentlichen Ämter; Entlassung aller jüdischen Beamten. Definition „des Juden“.

1. Verordnung zum Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre: Verbot der Eheschließung zwischen Juden und Nichtjuden. Die Arbeitsmöglichkeiten werden auf ganz wenige Berufszweige eingeengt. Jüdische Kinder dürfen bald mit anderen Kindern nicht mehr denselben Sportplatz oder die Umkleidekabinen benutzen.

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1936

 

Ausdehnung der Befugnisse der Gestapo Preußens auf ganz Deutschland. Antikominternpakt zwischen dem Deutschen Reich und Japan.

Februar

Olympische Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen. Es wird dafür gesorgt, dass alle öffentlichen Signale des Antisemitismus aus dem Straßenbild verschwinden: Die „Juden unerwünscht"-Schilder an Restaurants und Hotels oder die Tafeln, die dem Vorbeifahrenden ein „judenfreies Dorf" anzeigten. Die Presse war strikt angewiesen worden, in nächster Zeit keine Meldungen über Zusammenstöße mit Ausländern oder über Angriffe auf Juden zu bringen.

Mai

Mit einer schweren Tuberkulose wird Carl von Ossietzky in das Staatskrankenhaus der Polizei in Berlin eingeliefert, wo er weiterhin unter Bewachung steht. Von 1934 bis Mai 1936 war er im KZ Papenburg inhaftiert gewesen wo er infolge der Haftbedingungen an Tuberkulose erkrankt war.

5. Juni

Der Runderlass zur „Bekämpfung der Zigeunerplage" wird vom Reichsinnenminister Frick unterzeichnet.

Juli

Erster Transport von 400 Sinti und Roma aus Bayern ins KZ Dachau.Sinti- und Romakinder werden in den Schulen offen diskriminiert.

Die Rassehygienische Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes nimmt ihre Arbeit, die „Erfassung und Untersuchung von Zigeunern“ auf. Dieses Vorgehen wird mit „kriminalpräventiven“ und „rassehygienischen“ Notwendigkeiten begründet.

16. Juli

Über 600 Sinti und Roma werden von ihren Stellplätzen vertrieben und in das „Zigeuner-Lager“ Berlin-Marzahn gebracht.

17. Juli

Der Bürgerkrieg in Spanien beginnt.

25. Juli

Hitler entscheidet nach einer improvisierten Besprechung mit Göring und von Blomberg, Franco zu unterstützen und damit auch zum Bündnispartner Italiens zu werden.

1. August

Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin. Viele der mittlerweile zahlreich angebrachten antisemitischen Schilder werden vorübergehend entfernt. Wie schon bei den Winterspielen im Februar wird die Presse angewiesen, ihre Berichterstattung dem internationalen Ereignis anzupassen.

25. Oktober

Die Achse Berlin-Rom, das Bündnis des nationalsozialistischen Deutschland und des faschistischen Italien, wird begründet. In Berlin wird ein Freundschaftsvertrag zwischen beiden Ländern unterzeichnet.

23. November

Carl von Ossietzky erhält den Friedensnobelpreis rückwirkend für das Jahr 1935. Die Annahme des Nobelpreises und des Preisgeldes wird ihm zwar erlaubt, nicht aber die Entgegennahme des Preises in Oslo. Die Preisverleihung findet ohne Ossietzky statt. Adolf Hitler verfügt anschließend, dass kein Deutscher mehr einen Nobelpreis annehmen dürfe.

25. November

Der erste politische Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und Japan wird in Berlin vom japanischen Sonderbotschafter Vicomte Mushanokōji Kintomo und Joachim von Ribbentrop für die Dauer von fünf Jahren unterzeichnet.

1. Dezember

Die Hitlerjugend (HJ) wird Staatsjugend, alle anderen Jugendverbände sind damit endgültig aufgelöst.

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1937

 

Beginn der im nationalsozialistischen Sprachgebrauch sogenannten „Arisierung“ der Wirtschaft. Die jüdischen Inhaberinnen und Inhaber werden ohne gesetzliche Grundlage gezwungen, ihr Unternehmen meist erheblich unter Wert zu verkaufen.

Sinti und Roma werden aufgrund von sogenannten „Rassegutachten“ aus den Handwerksinnungen und Berufsverbänden ausgeschlossen.

Italien tritt aus dem Völkerbund aus und dem Antikomintern-Pakt zwischen Deutschland und Japan bei.

15. Juli

Inbetriebnahme des KZ Buchenwald.

19. Juli

Die Ausstellung „Entartete Kunst“ wird im Auftrag von Reichspropagandaminister Goebbels in München eröffnet. Zu den verfemten Künstlern gehören u.a. Max Beckmann, Ernst Barlach, Marc Chagall, Max Ernst, George Grosz, John Heartfield, Paul Klee, Elfriede Lohse-Wächtler, Max Liebermann und Wassily Kandinsky.

7. Dezember

Seit 1933 sind mehr als 120.000 Juden emigriert.

14. Dezember

Nach dem „Grundlegenden Erlass über die vorbeugende Verbrechensbekämpfung durch die Polizei“ müssen Sinti und Roma den Wohnsitz mit Adresse nachweisen. Sie dürfen nicht mehr postlagernd schreiben. Auch Hunde- und Katzenhaltung wird ihnen verboten. Im Gesetz werden sie mit sogenannten „Asozialen“ gleichgestellt.

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1938

 

26. Januar

Erlass gegen sogenannte „Arbeitsscheue“.

15. Februar

Einführung des Pflichtjahres in der Land- und Hauswirtschaft für unverheiratete Frauen unter 26 Jahren.

12. März

5 Uhr: Reichsführer SS Heinrich Himmler und Mitarbeiter treffen in Wien ein.

Beginn zahlreicher Verhaftungen.

5 Uhr 30: Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Österreich.

16 Uhr: Hitler überschreitet in Braunau am Inn die Grenze.

13. März

„Anschluss“ Österreichs und Beginn der Verfolgung der österreichischen Jüdinnen und Juden.

26. April

Verordnung über die Anmeldung allen jüdischen Vermögens über 5000 Reichsmark.

16. Mai

Das „Reichskriminalpolizeiamt zur Bekämpfung des Zigeunerwesens“ in München wird auf Befehl Himmlers in das Reichskriminalamt Berlin eingegliedert. Damit können polizeiliche Erkenntnisse sowie Daten und Ergebnisse der sogenannten „Rassenforschung“’ für eine aus nationalsozialistischer Sicht „effektivere“ Verfolgung zusammengefasst werden.

31. Mai

Gesetz über „Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst“.

13. – 18. Juni

Aufgrund eines von Heydrich unterschriebenen Erlasses vom 1. Juni werden aus jedem Kriminalpolizei-Leitstellenbezirk mindestens zweihundert männliche, arbeitsfähige Personen („Asoziale“) in polizeiliche „Vorbeugungshaft“ genommen.

Diese Aktion zielt in der Hauptsache auf „Landstreicher, Bettler, Zigeuner und nach Zigeunerart herumziehende Personen“, die zur Arbeit gezwungen werden, z.B. zum Bau von Konzentrationslagern.

23. Juli

Einführung einer Kennkarte für Juden ab 1. Januar 1939.

25. Juli

Verordnung über die Streichung der Approbationen aller jüdischen Ärzte ab 30. September. Danach können jüdische Ärzte nur noch als „Krankenbehandler“ für Juden tätig sein.

17. August

In Deutschland müssen jüdische Männer den zusätzlichen Vornamen „Israel“, jüdische Frauen den Vornamen „Sara“ tragen. Sie mussten sich hierfür innerhalb eines Monats beim zuständigen Standesamt sowie bei der betreffenden Ortspolizeibehörde melden.

26. August

In Wien wird die „Zentralstelle für jüdische Einwanderung“ unter Adolf Eichmann eingerichtet.

27. September

Verordnung über Streichung der Zulassung aller jüdischen Rechtsanwälte ab 30. November. Weitere Tätigkeiten nur in Ausnahmefällen als „jüdische Konsulenten“ für Juden.

29./30. September

Das mit Zustimmung Großbritanniens und Frankreichs getroffene „Münchner Abkommen“ zwingt die Tschechoslowakei das „Sudetenland“ an das Deutsche Reich abzutreten.

1. Oktober

Besetzung des „Sudetenlandes“ durch die Deutsche Wehrmacht.

5. Oktober

Verordnung über Reisepässe: Einziehung der Pässe und (erschwerte) Neuausgabe mit Kennzeichnung „J“.

28. Oktober

Verhaftung und Abschiebung von 15.000 bis 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit nach Polen.

07. November

Der 17jährige Herschel Grynszpan erschießt in Paris den deutschen Diplomaten von Rath.

9./10. November

Pogrome in Deutschland und Österreich (sogenannte „Reichskristallnacht“): Staatlich organisierte Ausschreitungen gegen jüdische Bürger und Einrichtungen. Zerstörung und Verwüstung von jüdischen Geschäften, Wohnungen und Synagogen unter Beteiligung von Teilen der deutschen Bevölkerung.

Verhaftung von ca. 30.000 Juden, die in die KZs Dachau, Buchenwald und Sachsenhausen deportiert werden.

Die Verluste an Menschenleben und das Ausmaß der Sachschäden wurden lange Zeit unkritisch aus Eigenangaben der NSDAP übernommen. So listete etwa „Die Zeit“ noch am 3. November 1978 nur die 91 Morde und 267 zerstörten Synagogen auf, die ein Brief Heydrichs an Göring vom 11. November 1938 aufgeführt hatte. Die tatsächlichen Zahlen werden heute aufgrund vieler Dokumente auf ein Vielfaches davon geschätzt. Es wird von mindestens 400 Todesopfern allein in der Pogromnacht ausgegangen. Darin sind Selbsttötungen und schwere Körperverletzungen mit Todesfolge enthalten. Mehr als 1000 Synagogen und Betstuben werden zerstört.

12. November

Verordnung über die „Sühneleistung“ der deutschen Juden in Höhe von einer Milliarde Reichsmark. Verordnung zur Wiederherstellung des Straßenbildes bei jüdischen Gewerbebetrieben: Juden haben alle während des Novemberpogroms entstandenen Schäden selbst zu zahlen.

Verbot des Besuches von Theatern, Kinos, Konzerten und anderen kulturellen Veranstaltungen für Jüdinnen und Juden.

28. November

Polizeiverordnung über das Auftreten der Juden in der Öffentlichkeit und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

8. Dezember

Das Gesetz zur „Bekämpfung der Zigeunerplage“ mit eindeutig rassistischem Charakter wird verabschiedet. Anhand von Stammbäumen werden die Sinti und Roma in „rasserein“ und „Mischlinge“ klassifiziert.

In Österreich beginnt die Verfolgung der ca. 10.000 dort lebenden Roma.

13. Dezember

In der Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens wird Juden auferlegt, ihre Gewerbebetriebe zu verkaufen oder abzuwickeln, ihren Grundbesitz zu veräußern und ihre Wertpapiere bei einer Devisenbank zu hinterlegen. Außerdem dürfen sie Juwelen, Edelmetalle und Kunstgegenstände nicht mehr frei veräußern; kurz darauf wird ihnen unter Strafandrohung auferlegt, diese bis zum 31. März 1939 bei staatlichen Ankaufstellen abzuliefern.

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1939

 

17. Januar

Verordnung über das Erlöschen der Zulassung von jüdischen Zahnärzten, Tierärzten und Apothekern.

24. Januar

Gründung der Reichszentrale für jüdische Auswanderung mit Zentralämtern in Wien und Prag. Forcierung des Auswanderungsdrucks auf Juden.

30. Januar

Hitler prophezeit vor dem Reichstag für den Fall eines Kriegs „die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“.

März

Sinti und Roma erhalten besondere „Rasseausweise", gleichzeitig werden ihre deutschen Pässe eingezogen. Auch ihre Arbeitsbücher müssen eigens mit einem „Z" gekennzeichnet werden. Vielerorts müssen Sinti und Roma außerdem besondere Armbinden mit der Aufschrift „Zigeuner" tragen.

15. März

Besetzung der Tschechoslowakei durch die Deutsche Wehrmacht.

16. März

Gründung des Protektorats Böhmen und Mähren. Einführung der im Reich geltenden antijüdischen Verordnungen.

19. Mai

Militärpakt Frankreichs mit Polen.

22. Mai

Freundschafts- und Bündnispakt zwischen Deutschland und Italien.

23. August

Der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt, auch als Hitler-Stalin-Pakt bezeichnet, wird in Moskau vom deutschen Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und dem sowjetischen Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten Wjatscheslaw Molotow in Anwesenheit Stalins und des deutschen Botschafters Graf von der Schulenburg unterzeichnet.

25. August

Beistandspakt Großbritannien-Polen.

28. August

Einführung von Lebensmittelkarten.

1. September

Mit dem Überfall auf Polen entfesselt Hitler den Zweiten Weltkrieg. In Deutschland werden Ausgangsbeschränkungen für Juden eingeführt. Sie gelten im Sommer ab 21 Uhr, im Winter ab 20 Uhr.

3. September

Kriegserklärung Frankreichs und Großbritanniens an das Deutsche Reich.

5. September

Eine Verordnung gegen sogenannte „Volksschädlinge“ wird mit großem Ermessensspielraum erlassen.

21. September

Auf der Konferenz des Sicherheitsdienstes wird beschlossen, alle im Großdeutschen Reich lebenden Sinti und Roma nach Polen zwangsumzusiedeln.

23. September

Beschlagnahmung der Rundfunkgeräte von Jüdinnen und Juden.

27. September

Einrichtung des Reichssicherheitshauptamtes (RSHA).

17. Oktober

Mit dem „Festsetzungserlass“ dürfen Sinti und Roma ihren Wohn- und Aufenthaltsort nicht mehr verlassen.

Oktober

Euthanasiebefehl Hitlers, in dessen Folge mehr als 80.000 geistig Behinderte und Geisteskranke durch Giftgas ermordet werden. Erste Zwangsverpflichtungen von Polen zum Arbeitseinsatz in Deutschland.

12. Oktober

Erste Deportationen von Juden aus Österreich und dem „Protektorat“ nach Polen.

Errichtung des Generalgouvernements in den von den Deutschen besetzten Gebieten Polens.

28. Oktober

Einführung des „Judensterns“ in Wloclawek, Polen.

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1940

 

8. Februar

Errichtung des Ghettos für Juden in Lodz. Zwischen 1.5.1940 und 30.6.1942 sterben von den etwa 160.000 dort lebenden Juden mehr als 30.000 Menschen.

11. März

Erlass des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft: Lebensmittelkarten für Juden sollen mit dem Buchstaben „J“ gekennzeichnet werden. Juden werden vom Erwerb nicht rationierter, meist kaum erhältlicher Lebensmittel ausgeschlossen.

09. April

Besetzung Dänemarks und Norwegens durch die Deutsche Wehrmacht.

18.-19. April

Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ein Konzentrationslager inspiziert die SS eine polnische Kaserne außerhalb der Stadt Oswiecim (Auschwitz). Die einstöckigen Gebäude waren während des 1. Weltkrieges als Unterkunft für Militärpferde errichtet worden.

Eine von SS-Hauptsturmführer Rudolf Höß geleitete Kommission besucht den Gebäudekomplex in Oswiecim.

20. April

Geheimerlass des Oberkommandos der Wehrmacht: Entlassung der „Mischlinge“ und der Ehemänner von Jüdinnen.

27. April

Heinrich Himmler befiehlt die Errichtung eines KZs in Oswiecim/Auschwitz. Höß wird einige Tage später zum Lagerkommandanten ernannt. Himmler befiehlt auch die „Umsiedlung" von 2500 Roma aus den deutschen „Westgebieten“ in das besetzte Polen.

10. Mai

Deutscher Einmarsch in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.

12. Mai

Deutscher Einmarsch in Frankreich.

16. Mai

Himmlers Befehl der „Umsiedlung“ von Sinti und Roma wird umgesetzt.

10. Juni

Kriegseintritt Italiens auf deutscher Seite.

25. Juni

Waffenruhe zwischen Deutschland und Frankreich.

9. Juli

Beginn der deutschen Luftangriffe auf London („Luftschlacht um England“).

Die evangelische Kirche verurteilt in einer Denkschrift das von Hitler angeordnete Euthanasieprogramm.

4. September

In Berlin wird der antisemitische Film „Jud Süß“ in der Regie von Veit Harlan uraufgeführt. Die Hauptrollen spielen Kristina Söderbaum, Ferdinand Marian und Werner Krauss.

27. September

Dreimächtepakt: Italien, Deutschland und Japan verpflichten sich zu gegenseitiger Militärhilfe.

16. Oktober

Befehl zur Errichtung eines „jüdischen Wohnbezirks“, d.h. des Ghettos in Warschau. Der für den Judenbezirk bestimmte Raum umfasst weniger als 4,5 Prozent der Gesamtfläche der Stadt Warschau. Über 400.000 Menschen werden dort auf engstem Raum zusammengepfercht.

22. Oktober

„Aktion Bürckel“ - Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Elsass-Lothringen, Saarland und Baden in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich.

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1941

 

Februar

„Zigeunermischlinge mit auffälligem Zigeunereinschlag“ werden vom Wehrdienst ausgeschlossen. Sinti und Roma dürfen auch nicht mehr in der Rüstungsindustrie arbeiten. Sinti- und Romakinder ohne deutsche Staatsangehörigkeit werden von den Schulen verwiesen.

Februar bis April

70.000 Juden, die westlich der Weichsel leben, werden ins Ghetto Warschau deportiert. Das Ghetto ist hoffnungslos überfüllt. Bis zu neun Personen müs-sen sich einen Raum teilen. Nach offizieller Zählung leben Anfang 1941 be-reits um die 380.000 Menschen im Ghetto. Schätzungen sprechen von bis zu 500.000 Menschen. Die Lebensbedingungen im Ghetto verschlechtern sich dramatisch.

24.-26. Februar

Februarstreik in Amsterdam, ausgelöst durch die Brutalität der deutschen Be-satzer, insbesondere die Verschleppung mehrerer hundert Juden ins deutsche KZ Mauthausen. Die Deutschen schlagen den Streik blutig nieder. Der Febru-arstreik ist die erste große Widerstandsaktion in den besetzten Gebieten.

März

Lagerkommandant Höß befiehlt, das KZ Auschwitz auszubauen und das KZ Birkenau für 200.000 Gefangene zu errichten. Dort wird später eine eigene Abteilung für Sinti und Roma eingerichtet. Der NS-Arzt Dr. Mengele erhält dort einen Block, um medizinische Experimente an Menschen durchzuführen.

7. März

Einsatz deutscher Juden zur Zwangsarbeit.

06. April

Angriff deutscher Truppen auf Jugoslawien und Griechenland.

22. Juni

Angriff der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion.

8. Juli

Einführung des „Judensterns“ in den baltischen Staaten.

31. Juli

Hermann Göring beauftragt Reinhard Heydrich mit der „Evakuierung“ aller europäischen Juden. (Im nationalsozialistischen Sprachgebrauch: „Gesamtlösung der Judenfrage“).

Ende August

Die erste Vergasung in Auschwitz findet im Keller von Block 11 statt. Unter der Leitung von SS-Hauptsturmführer Karl Fritzsch werden sowjetische Kriegsgefangene mit Zyklon B vergast.

1. September

Polizeiverordnung über die „Kennzeichnung der Juden“. Nach uneinheitlichen Regelungen im besetzten Polen wird der Judenstern im Deutschen Reich flächendeckend verordnet.

3. September

Die erste Massenvergasung findet in Auschwitz statt. Die SS tötet (wieder im Block 11) 600 sowjetische Kriegsgefangene und 250 Polen.

19. September

Im Reich lebende Juden ab dem 6. Lebensjahr müssen in der Öffentlichkeit den Judenstern tragen.

30. September

Massaker in Kiew. Angeblich als „Vergeltungsmaßnahme für Brandstiftungen" in der ukrainischen Hauptstadt Kiew nehmen die Deutschen sämtliche erreichbaren Juden der Stadt fest und erschießen sie in der Schlucht von Babi Jar. 33.711 Menschen fallen nach deutscher Zählung dieser Mordaktion zum Opfer.

In den folgenden Monaten werden tausende weitere Juden, sogenannte „Zigeuner“ und sowjetische Kriegsgefangene nach Babi Jar gebracht und dort erschossen.

8. Oktober

Unter dem Vorwand, es sei ein Seuchenherd, beginnt die Liquidierung des Ghettos von Witebsk (Weißrußland). Bei dem dreitägigen Massaker werden mehr als 16.000 Menschen erschossen.

12./13. Oktober

Massaker in Dnjepropetrowsk (Ukraine): Die deutsche Militärverwaltung fordert von den Juden der Stadt Dnjepropetrowsk eine „Kontribution" von 30 Millionen Rubel. Am 13. Oktober, noch bevor die Summe eingesammelt ist, beginnt das Einsatzkommando 6 der Einsatzgruppe C, die Juden in einem improvisierten Lager zusammenzutreiben. Von dort werden sie in Gruppen weggebracht und in einer nahegelegenen Schlucht erschossen. Insgesamt werden 15.000 Menschen ermordet; später noch einmal 5.000.

14. Oktober

Beginn der Deportationen jüdischer Bürger aus dem Deutschen Reich.

23. Oktober

Emigrationsverbot für Juden.

November

Einrichtung eines Vernichtungslagers in Chelmno im besetzten Polen. Zwischen Dezember 1941 und Sommer 1942 werden dort etwa 100.000 Juden ermordet, in erster Linie aus dem Ghetto von Lodz.

25. November

Verordnung über Einziehung jüdischen Vermögens bei Deportation.

10. Dezember

Kriegserklärung Deutschlands und Italiens an die Vereinigten Staaten, die ihrerseits den Krieg erklären.

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1942

 

20. Januar

„Wannseekonferenz“ zur Koordinierung der Deportation und Ermordung der europäischen Juden, von den Nationalsozialisten als „Endlösung“ bezeichnet.

31. Januar

Bericht der Einsatzgruppe A über die Liquidierung von 229.052 jüdischen Menschen in den baltischen Staaten.

März

Alle arbeits- und sozialrechtlichen Bestimmungen für Juden gelten nun auch für Sinti und Roma (z.B. keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, keine Bezahlung an Feiertagen).

6. März

1. Sterilisationskonferenz: Erörterungen über die Sterilisierung sogenannter „Mischlinge“.

17. März

Beginn der Massenvernichtung im KZ Bełżec in Polen. Die Gemeinde Bełżec gehörte während der Okkupation von 1939 bis 1945 zum deutsch verwalteten Generalgouvernement. Im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ trifft am 17. März 1942 der erste Zugtransport mit Juden aus dem Ghetto Lublin in Bełżec ein. Bełżec ist das erste von drei Vernichtungslagern (neben Bełżec noch Sobibor und Treblinka), das allein zum Zwecke der physischen Vernichtung der Juden in Ostpolen und anderen Teilen Europas errichtet wird.

Die drei Lager werden in abgelegenen Gebieten errichtet, verfügen aber über Gleisanschlüsse, so dass eine große Anzahl Menschen (bis zu 15.000 täglich) ohne größeres Aufsehen dorthin gebracht und getötet werden kann. Lagerkommandant von Bełżec ist der SS-Hauptsturmführer Christian Wirth (1885-1944), der bereits an der Aktion T4 führend beteiligt gewesen ist. Insgesamt werden in Bełżec über 600.000 Menschen ermordet.

20. März

Im KZ Auschwitz-Birkenau werden die Gasöfen in Betrieb genommen.

27. März

Beginn der Deportation der in Frankreich lebenden Juden in fünf Zügen mit insgesamt 5.149 Juden nach Auschwitz, wovon 90 Prozent in den nächsten fünf Monaten durch Vernichtung oder aufgrund der Haftbedingungen sterben.

April

Sinti und Roma müssen 15 Prozent ihrer Einkommen als Sonderzuschlag zur Einkommenssteuer entrichten. Sinti und Roma dürfen nicht mehr in die Reichshauptstadt einreisen.

24. April

Verbot der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch Jüdinnen und Juden im Reich. Ausnahmen für Zwangsarbeiter gelten nur, wenn die Arbeitsstelle mehr als 7 km vom Wohnort entfernt ist. Sitzen in den Verkehrsmitteln verboten.

Mai

Beginn der Massenmorde im Vernichtungslager Sobibor.

27. Mai

Attentat auf Heydrich. Heydrich erliegt am 4.6.1942 seinen Verletzungen.

Juni

Beginn der Massenvergasungen von Juden in Auschwitz-Birkenau. Deportationen aus dem Reichsgebiet in das „Altersghetto" Theresienstadt.

1. Juni

Einführung des „Judensterns“ in Frankreich und Holland.

10. Juni

Vernichtung des tschechischen Dorfes Lidice und Ermordung seiner Bewohner durch die SS.

30. Juni

Schließung der jüdischen Schulen im Reich.

Juli

Errichtung des Vernichtungslagers Treblinka.

4. Juli

Beginn der Massenvergasungen in Auschwitz.

15. Juli

Erster Deportationszug aus Holland nach Auschwitz.

Großrazzien gegen jüdische Menschen in Paris.

22. Juli

Die sogenannte „Umsiedlung“ der Warschauer Ghetto-Bewohner in die Vernichtungslager Bełżec und Treblinka beginnt.

4. August

Erste Deportationen aus Belgien nach Auschwitz.

14. September

Der Reichsjustizminister protokolliert: „Hinsichtlich der Vernichtung asozialen Lebens steht Dr. Goebbels auf dem Standpunkt, dass Juden und Zigeuner schlechthin vernichtet werden sollen. Der Gedanke der Vernichtung durch Arbeit sei der beste."

18. September

Himmler u. a. beschließen, dass „asoziale Elemente aus dem Strafvollzug – Juden, Zigeuner, Russen, Ukrainer... – an den Reichsführer der SS zur Vernichtung durch Arbeit ausgeliefert werden“. 12.000 Menschen sind davon betroffen.

30. September

Hitler wiederholt öffentlich seine Voraussage der Vernichtung des Judentums.

6. Oktober

Beschluss des Justizministers, dass ordentliche Strafverfahren gegen Juden, Sinti und Roma und Polen wegfallen, ebenso das Jugendstrafrecht für diesen Personenkreis.

16. Dezember

Heinrich Himmler ordnet im sogenannten „Auschwitz-Erlass“ die Massende-portation von Roma und Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz an. Es soll „ohne Rücksicht auf den Mischlingsgrad familienweise in das Konzentrationslager“ eingewiesen werden, heißt es in dem Erlass.

Die Vorstufe zur späteren Vernichtung war durch die Erfassung aller im deutschen Reich lebenden Roma und Sinti geschaffen worden. Robert Ritter, Leiter der „Rassenhygienischen und bevölkerungsbiologischen Forschungsstelle des Reichsgesundheitsamtes Berlin“ und seine enge Mitarbeiterin Eva Justin waren hierfür maßgeblich verantwortlich.

17. Dezember

Veröffentlichung der Erklärung der Alliierten Regierungen gegen die „German Policy of Extermination of the Jewish Race". Unterzeichnet von den Regierungen, bzw. Exilregierungen Belgiens, der Tschechoslowakei, Griechenlands, Luxemburgs, der Niederlande, Norwegens, Polens, der Sowjetunion, Großbritanniens, der USA, Jugoslawiens sowie des Französischen Nationalkomitees in London. Darin heißt es: „Die alliierten Regierungen verurteilen diese Verbrechen aufs Schärfste und bekräftigen ihre feste Entschlossenheit, dafür zu sorgen, dass die dafür Verantwortlichen der Vergeltung nicht entkommen werden“.

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1943

 

14. Januar

Auf der Konferenz von Casablanca erörtern Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt eine zweite Front gegen die Achsenmächte.

18. Januar

Erster Widerstand gegen die Deportationen im Warschauer Ghetto.

29. Januar

Anordnung des Reichssicherheitshauptamtes, alle noch im Reich lebenden Sinti und Roma in KZs zu bringen.

31. Januar

Die Südgruppe der 6. Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus kapituliert vor Stalingrad und ergibt sich der Sowjetarmee.

02. Februar

Die Schlacht bei Stalingrad endet mit dem Sieg der Roten Armee.

16. Februar

Anordnung Himmlers, die letzten Bewohner des Warschauer Ghettos (50.000 Menschen) in KZs zu deportieren und das Ghetto abzureißen.

18. Februar

Goebbels propagiert in einer Rede im Berliner Sportpalast den „Totalen Krieg“.

Mitglieder der Weißen Rose, die mit Flugblättern gegen die NS-Herrschaft protestiert hatten, werden verhaftet.

22. Februar

Sophie und Hans Scholl (Weiße Rose) werden hingerichtet.

27. Februar

Beginn der Deportation jüdischer Rüstungsarbeiter nach Auschwitz.

März

Transporte aus Holland nach Sobibor; aus Prag, Wien, Luxemburg und Mazedonien nach Treblinka.

05. April

Führende Mitglieder der Widerstandsgruppe um General Hans Oster und Ge-neraloberst Ludwig Beck werden verhaftet, darunter Dietrich Bonhoeffer, Hans von Dohnanyi und Josef Müller.

19. April

Aufstand im Warschauer Ghetto, der von der jüdischen Widerstandsorganisation ZOB organisiert wird; einer der bekanntesten Mitglieder ist Mordechaj Anielewicz, der am 8. Mai 1943 im Ghetto getötet wird. In den folgenden Wochen wird der Aufstand unter Leitung des SS-Generals Jürgen Stroop niedergeschlagen.

16. Mai

Ende des Aufstands im Warschauer Ghetto, Vernichtung des Ghettos. Am 16. Mai 1943 beendete Stroop seinen Einsatz mit der Sprengung der großen jüdischen Synagoge.

11. Juni

Himmler befiehlt die Vernichtung aller polnischen Ghettos. Durch Erlass vom

21. Juni

auf die Sowjetunion ausgedehnt.

21. bis 27. Juni

Liquidierung des Lemberger Ghettos.

25. Juli

Sturz Mussolinis und Bildung einer neuen italienischen Regierung.

Aufstand und Vernichtung des Ghettos Białystok.

2. August

Aufstand im Vernichtungslager Treblinka, 70 bis 150 der verbliebenen 700 Gefangenen gelingt die Flucht.

16. bis 23. August

Aufstand und Vernichtung des Ghettos Bialystok.

18. bis 19. August

SS- und SD-Männer zwingen 327 jüdische Insassen des Lagers in Syrets am nördlichen Rand von Kiew, die Opfer von Babi Jar auszugraben und zu verbrennen (Teil der Aktion 1005). Das Verbrennen der Leichen dauert vier Wochen.

11. September

Beginn der deutschen Razzien gegen Juden in Nizza.

11. bis 14. September

Liquidierung der Ghettos in Minsk und Lida.

23. September

Liquidierung des Ghettos in Wilna.

1. Oktober

Die geplante Deportation der dänischen Juden scheitert weitgehend am dänischen Widerstand.

13. Oktober

Kriegserklärung Italiens an Deutschland.

16. Oktober

Beginn der Deportation in Italien lebender Juden nach Auschwitz.

03. November

Heinrich Himmler befiehlt die Ermordung von 17.000 jüdischen Zwangsarbeitern im KZ Majdanek.

Liquidierung des Ghettos Riga.

28. November

Konferenz von Teheran: Großbritannien, die Sowjetunion und die USA stimmen ihre militärischen Operationspläne für das Jahr 1944 ab.

15. bis 19. Dezember

Erster Prozess gegen deutsche Kriegsverbrecher in Charkow.

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1944

 

15. Mai

Beginn der Massendeportation in Ungarn lebender Juden, überwiegend nach Auschwitz. Bis zur Unterbrechung am 8. Juli werden annähernd 480.000 Menschen aus Ungarn abtransportiert.

6. Juni

„D-Day” (Decision Day): Landung der Alliierten in der Normandie. Es ist das größte militärische Landungsunternehmen der Geschichte.

10. Juni

Zerstörung der Ortschaft Oradour-sur-Glane in Südfrankreich und Ermordung seiner Einwohner durch die SS. 642 Menschen werden an diesem Samstagnachmittag niedergemetzelt und verbrannt.

23. Juni

Beginn der sowjetischen Offensive.

20. Juli

Sowjetische Truppen befreien das KZ Majdanek.

Das Attentat auf Hitler durch die Gruppe um Stauffenberg misslingt.

01. August

Beginn des Aufstandes in Warschau gegen die deutschen Besatzungstruppen.

02. August

2.900 Roma werden in Auschwitz-Birkenau vergast und verbrannt.

25. September

25. September Hitler befiehlt die Aufstellung des Volkssturms.

November

Angesichts der immer näher rückenden Ostfront ordnet Reichsführer SS und Reichsinnenminister Heinrich Himmler am 26. November 1944 die Einstellung der Vergasungen in Auschwitz und deren Spurenbeseitigung an.

26. November

Befehl Himmlers zur Zerstörung der Krematorien in Auschwitz-Birkenau.

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1945

 

27. Januar

Sowjetische Truppen befreien das KZ Auschwitz. Sie finden noch etwa 7.000 kranke und erschöpfte Häftlinge vor. Insgesamt sind in Auschwitz zwischen 1,3 und 1,6 Millionen Menschen ermordet worden.

4. Februar

Konferenz von Jalta: Großbritannien, die USA und die Sowjetunion verhandeln u.a. über die Aufteilung Deutschlands nach der Kapitulation.

5. Februar

Noch immer werden Sinti und Roma-Kinder sterilisiert, im Alter von höchstens 12 Jahren.

11. April

Das KZ Buchenwald wird von amerikanischen Truppen befreit.

15. April

Englische Truppen befreien das KZ Bergen-Belsen. Von den noch lebenden 60.000 Menschen sterben in den nächsten Wochen noch 28.000 Menschen an den Folgen der Haft.

25. April

Begegnung amerikanischer und sowjetischer Truppen an der Elbe.

25. April

Dachau wird von amerikanischen Truppen befreit.

30. April

Hitler begeht Selbstmord.

2. Mai

Berlin kapituliert.

Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes übernehmen Theresienstadt.

8. Mai

Offizielles Kriegsende in Europa.

9. Mai

Bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches.

5. Juni

Berliner Deklaration. Die vier Siegermächte übernehmen oberste Regierungsgewalt in Deutschland, bilden die vier Besatzungszonen, teilen Berlin in vier Sektoren und bilden den Alliierten Kontrollrat, der aus den vier Oberbefehlshabern besteht.

26. Juni

Gründung der Vereinten Nationen (UNO), 51 Staaten sind Gründungsmitglieder.

17. Juli

Beginn der Potsdamer Konferenz der Siegermächte.

06./09. August

Atombombenabwurf der USA auf Japans Städte Hiroshima und Nagasaki.

15. August

Japan kapituliert. Ende des Zweiten Weltkrieges.

02. September

Kapitulation Japans.

20. November 1945 bis 01.Oktober 1946

Nürnberger Prozesse

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1946

 

5. März

Das Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus tritt in Kraft, damit beginnt die rechtsstaatliche Entnazifizierung.

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1947

 

Robert Ritter erhält eine Stelle bei der Stadt Frankfurt/Main. Er wird Leiter der ärztlichen Jugendhilfstelle im Stadtgesundheitsamt. Ab 1948 wird er verbeamtet und erhält den Status eines Obermedizinalrates.

1. März

Eva Justin tritt ihr neues Amt als Kriminalpsychologin an, ebenfalls in Frankfurt/Main. Weder sie noch Ritter sind je verurteilt worden.

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(vgl.: van Kampen, Wilhelm: Holocaust. Materialien zu einer amerikanischen Fernsehserie über die Judenverfolgung im „Dritten Reich“. Sonderausgabe der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württember, o.O., 1978 und www.hagalil.de; www.shoa.de; www.holocaust-chronologie.de/chronologie.html; www.dhm.de/lemo/home.html)

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